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Artenschutzturm für Swisttal/Ludendorf

 

Naturschutzverein übernimmt ehemalige Trafostation vom RWE

Der Naturschutzverein Rheinbach-Voreifel hat mit Wirkung vom 23. April 2012 vom RWE eine über 100 Jahre alte Transformatorenstation in Swisttal-Ludendorf zum symbolischen Kaufpreis von 1,-- Euro übernommen.

 

Der Turm soll gründlich renoviert und damit zu einem Schmuckstück für Swisttal werden: „Das wichtigste Ziel der Aktion ist es, die Trafostation zu einem Artenschutzturm zu machen für alle Gebäude bewohnenden Tierarten wie Schleiereule, Turmfalke, Dohlen, Mehlschwalben, Mauersegler, Hausrotschwanz, Grauschnäpper und mehrere Fledermausarten, deren Art vom Aussterben bedroht ist.“, erläutert der 1. Vorsitzende Hans Troullier. „Zudem sollen auch Quartiere für Wild- und Zuchtbienen sowie Insekten geschaffen werden.“ Vorgesehen sind große Dachüberstände, weil viele Vogelarten wie Mehlschwalben und Stare halbdunkle Brutplätze bevorzugen. Darüber hinaus wird dadurch natürlich das Mauerwerk in Zukunft besser geschützt.

 

Die Lage des Turms direkt am  Orbach mit einem angrenzenden Naturschutzgebiet mit Bäumen und Büschen sowie ausreichend freien Flächen scheint ideal. Solche Maßnahmen seien dringend notwendig, weil diese Tierarten in den wärmegedämmten und sanierten Gebäuden kaum noch Quartiere finden, stellt der Naturschützer fest. Leider treffe dies auch auf moderne Ställe und Scheunen zu. „Dadurch sind diese Tierarten auch im ländlichen Raum in ihrem Bestand gefährdet“, bedauert Troullier.

 

Die Firma Holzbau Hommes aus Rheinbachhat sich schon bereit erklärt, den Dachstuhl im Rahmen der Lehrlingsausbildung zu erneuern, wegen der chemischen Imprägnierung der Hölzer. So muss der Verein dabei lediglich die Materialkosten tragen. Dankenswerterweise hat sich auch der Malerbetrieb Boyaala aus Swisttal-Miel bereit erklärt, den Naturschutz tatkräftig zu unterstützen: Die Malerarbeiten werden ohne Lohnkosten nur gegen Erstattung der Materialkosten ausgeführt.

 

Weitere Helfer und Unterstützung  sind beim Verein herzlich willkommen. 
Das RWE könnte solche solide gebauten Gebäude natürlich auch einfach abreißen, denn durch neuere Umspannungstechniken werden sie nicht mehr gebraucht. Aber man kann sie auch, wie schon an vielen Stellen geschehen, an geeignete Organisationen für den Naturschutz übergeben. Das RWE ist sogar bereit, auch die Umbauarbeiten finanziell zu unterstützen zur Erhaltung der Artenvielfalt.

Publiziert am: Mittwoch, 27. Juni 2012 (9371 mal gelesen)
Copyright © by Naturschutzverein Rheinbach-Voreifel e.V.

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