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Insektenschutz im Verein

Wer Naturschutz ernsthaft betreibt, muß seinen Blick über den Schutz einzelner Arten hinaus auf das Zusammenwirken aller Lebewesen richten. Pflanze, Tier und Mensch sollten so miteinander leben können, daß möglichst allen die nötigen Lebensgrundlagen erhalten oder wieder hergestellt werden. Hatte unser Verein früher nur den Vogelschutz zum Ziel, will er heute für Ausgewogenheit und Schutz aller Lebewesen in einem Biotop eintreten, so auch für den Schmetterlingsschutz. Oft erlaubt ein Blick auf Vorkommen und Artenvielfalt von Schmetterlingen ein Urteil über Schäden am biologischen Gleichgewicht einer Landschaft.
In Rheinbach und Umgebung finden wir eine reich gegliederte Landschaft. Sie ist durch Wald- und Feldflur, Wasserflächen, Höhen und Tallagen geprägt. Deshalb ist eine ansehnliche Artenvielfalt auch bei Schmetterlingen von vornherein zu erwarten. Unser Ziel ist, dafür den Nachweis zu erbringen, eine Arbeit, die Jahre in Anspruch nimmt. In nur 5 Jahren konnten wir bisher ca. 125 Arten aus 13 Schmetterlingsfamilien mit Fundort, Funddatum und Finder und in den meisten Fällen auch durch Fotos erfassen. Überwiegend sind es Tagfalter, Nachtfalter sind naturgemäß schwerer zu beobachten.
Unser Beobachtungsraum erstreckt sich auf Rheinbach und Umgebung mit den Schwerpunkten Rheinbacher Wald, Ahrtal und Wiesen der Voreifel. Dort konnten wir im vergangenen Jahr wiederum mehrere Arten zusätzlich erfassen, von denen einige eine besondere Beachtung verdienen. Aus der Gruppe der Tagfalter ist dies der seltene Segelfalter (Iphiclides podalirius), der Pflaumen-Zipfelfalter (Fixsenia pruni) und der Kleine Feuerfalter (Lycaena phlaeas), aus der Gruppe der Nachtfalter der Labkrautschwärmer (Celerio galü), der Braune Bär (Arctia caja), drei neue Widderchenarten (Zygaenidae), acht Eulenfalterarten (Noctuidae) und sieben Spannerarten sowie acht Kleinschmetterlinge. Da nach wie vor die Dunkelziffer groß sein muß, ist jedermann zur Mitarbeit aufgerufen.

Wer gern selbst auf Schmetterlingspirsch geht, sollte in den Monaten Juni bis August an warmen, sonnigen Tagen in die Natur gehen und dort Blüten, Waldränder und Wege beobachten. Um die empfindlichen Tiere nicht aufzuscheuchen, muß man vorsichtig gehen, ab und zu innehalten und die Umgebung sorgfältig beobachten. Man sieht sonst die ruhenden Falter zu spät. Wer einen Garten hat, kann Schmetterlinge durch geeignete Bepflanzung anlocken und sie dann bequem beobachten. Leichter zu beobachten sind Raupen, die einigen von uns immer noch suspekt sind, obwohl die wenigsten - meist durch menschliches Wirken - schädlich oder gar gefährlich sind. Alle sind bei näherer Beobachtung interessant, viele sogar nach Form und Farbe schön anzusehen. Man muß nur genau hinsehen und vielleicht auch daran denken, was aus ihnen einmal wird.

Im Gegensatz zu früheren Zeiten geht der Schmetterlingsliebhaber heute nicht mehr auf Falterjagd mit Netz und Tötungsglas. An ihre Stelle sind gute Fotoausrüstungen getreten, die gleich zwei Hobbies miteinander verbinden helfen, die Freude an der Natur und die Fotoleidenschaft. Vor allem werden aber unsere Schmetterlinge dadurch geschont und somit ein Beitrag zum Schutz der Natur geleistet.


 


Publiziert am: Dienstag, 03. April 2007 (10733 mal gelesen)
Copyright © by Naturschutzverein Rheinbach-Voreifel e.V.

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