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Vogelschutz im Verein

Der Schutz unserer heimischen Vogelwelt gehört zu den originären Aufgaben des Vereins. Deshalb unterhält der Verein zur Linderung der Wohnungsnot künstliche Nisthöhlen im Rheinbacher Stadtwald. Sie verbessern das Brutplatzangebot der als Höhlenbrüter bezeichneten Vögel nachhaltig, erfordern aber auch eine intensive Betreuung. Diesem Anspruch wird mit einer geregelten Nistkastenkontrolle und -reinigung begegnet. Sie ermöglicht nebenbei interessante Einblicke in die Niststätten und die Lebensweise der Bewohner, aus denen wiederum Rückschlüsse auf Bestand und Brutverhalten gezogen werden können. Darüberhinaus trägt dieser praktizierte Vogelschutz zur Erhaltung des Gleichgewichtes in der Natur des Waldes bei, da unsere Singvögel als eifrige Vertilger von Schadinsekten gelten. Rund 400 künstliche Nisthilfen gehören zum Fundus des Vereins. Etwa 350 davon befinden sich überwiegend im Rheinbacher Stadtwald und stehen höhlenbrütenden Singvögeln zur Verfügung. Bei mehr als 40 Kunsthöhlen handelt es sich um Sondernistkästen, die in und um Rheinbach größeren Höhlenbrütem wie Eulen, Greife und Hohltauben als Brutplatz angeboten werden. Die Betreuung der Nistkästen liegt in Händen des Nistkastenteams des Vereins, das jährlich im Herbst die erforderliche Reinigung und Kontrolle der Kästen durchführt. Die Arbeiten gehen auf eine im Jahre 1990 geschaffenen Organisation zurück, mit der auf der Grundlage einer vorausgegangenen Bestandsaufnahme mit Numerierung aller Kästen die kontinuierliche Aufgabenwahrnehmung sichergestellt wird. 

Die jährliche Kontroll- und Reinigungssaison des Nistkastenteams wird in der Regel am zweiten Samstag im September eröffnet. Ein Stamm von interessierten Vereinsmitgliedern, Gästen und Schulkindern aus Rheinbach, Meckenheim und Euskirchen mit ihren Lehrern begleitet das Team in den Rheinbacher Stadtwald und erlebt regelmäßig die Natur pur. Die Begleitung und die tatkräftige Mithilfe wird mit vielfältigen und interessanten Naturbeobachtungen belohnt, da die Nistkästen nach dem Öffnen anschaulich das Leben der verschiedenen Bewohner hinter schützenden Fassaden preis geben.



Die Vogelarten, die in der Brutzeit einen Nistkasten besetzt haben, lassen sich anhand des Nistmaterials bestimmen. Zu den häufigsten Bewohnern der Nistkästen zählen heimische Meisenarten wie Kohl-, Blau-, Tannen-, Sumpf- und Haubenmeise. Eine Differenzierung nach einzelnen Arten ist aufgrund gleicher Brutgewohnheiten schwierig. Weitere Bewohner von Nisthöhlen sind der Trauerschnäpper, der Kleiber sowie der Gartenbaumläufer. Die Nistkästen in Wohngebieten werden auch von Feld- und Haussperlingen belegt. In den als Halbhöhle konstruierten Kästen brütet der Hausrotschwanz. Als Bewohner großer Sondernistkästen gelten Mauersegler, Hohltauben, Turmfalken sowie Steinkäuze und Schleiereulen. Unbesetzte Sonderkästen werden auch von Meisen und Kleiber genutzt, die dann Unmengen an Nistmaterial zusammentragen. Die Bruthöhlen der Greife, Eulen und Segler bedürfen keiner regelmäßigen Reinigung, während von Hohltauben belegte Kästen mit den Exkrementen der Brut gefüllt sind und eine aufwendige Säuberung erfordern.

Aber nicht nur unsere heimischen Höhlenbrüter greifen gern auf die angebotenen Behausungen zurück. So werden die Nistkästen nach der Brutzeit gern von zutraulichen Haselmäusen übernommen. Daneben suchen auch Waldmäuse die Kasten auf und legen hier ihre Nahrungsvorräte an. Bis in den Spätherbst hinein gehören verschiedene Fledermausarten zu gern gesehenen Gästen. In den großen Sonderkästen finden Baummarder und Eichhörnchen einen schützenden Schlafplatz. An den kunstvollen Wabennestern ist die Anwesenheit von Wildbienen, Hornissen oder Wespen zu erkennen. Die wehrhaften Hornissen füllen die Kästen mit mehrstöckigen Wabenbauten aus und lassen erst nach dem Absterben im Spätherbst die Reinigung zu. Als weitere Bewohner der Kästen sind Kleinlebewesen wie Spinnen, Falter, Fliegen oder Käfer zu nennen.

Der Verein führt in unregelmäßigen Abständen zusammen mit Kindern den Bau von Nistkästen für den heimischen Garten durch. Die Kinder basteln unter Anleitung und Bereitstellung entsprechender Materialien eigene Nistkästen, die sie nach Fertigstellung im eigenen Garten aufhängen können. Zumeist stellt sich schon nach kurzer Zeit Nachwuchs ein, wenn die Nistkästen rechtzeitig vor Brutbeginn aufgehangen wurden. Zur erfolgreichen Aufzucht durch unsere heimischen Vögel sollten einige Regeln beachtet werden, die hier nachgelesen und ausgedruckt werden können. Denn nicht jeder Standort ist für die Platzierung eines Nistkastens geeignet. Weniger geeignete Nistkastenstandorte werden oftmals über Jahre verschmäht. Wenn ein Nistkasten mehrere Jahre unbewohnt bleibt, sollte man den Aufhängungsstandort wechseln.

Die Vogelfreunde können in den zurückliegendenen Jahren für das der Natur überlassene Brut- und Wohnplatzangebot einen hohen Nutzungsgrad verzeichnen. Das Nistkastenteam und seine Stammhelfer sehen hierin die Bestätigung für ihren zeit- und arbeitsaufwendigen Dienst zum Wohle der Natur. Die Mannschaft würde sich freuen, wenn Vereinsmitglieder, Naturliebhaber und Schulklassen ihr Interesse durch eine rege Teilnahme an ihrer nützlichen Arbeit bekunden würden. Die Teamangehörigen versprechen interessante Naturbeobachtungen und Erlebnisse. Sie geben gerne Auskunft über Möglichkeiten der Teilnahme und stehen selbstverständlich auch für alle Fragen des Vogelschutzes und der Nutzung von Nisthilfen zur Verfügung.

Publiziert am: Freitag, 02. März 2007 (11299 mal gelesen)
Copyright © by Naturschutzverein Rheinbach-Voreifel e.V.

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